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Reise entlang Don und Khopjor 2001 (Teil 2)

Von Belaja Gorka bis Vjoshenskaja

Nach einem Tag Pause mit Baden im Don und im eisigen Schwefelwasser machen wir uns wieder auf den Weg. Die asphaltierte Straße hört am Quellturm auf, dahinter kommt eine staubige Piste die auf der hoch gelegenen Ebene durch endlose Sonnenblumenfelder führt. Die schwarze Erde ist hier wegen der Trockenheit nicht ganz so schwarz und die Sonnenblumen drehen ihre Köpfe von der Sonne weg. Auf diesem Wegstück passiert dann die Katastrophe: der Fotoapparat fällt zu Boden, als ich mich bücke, geht nicht mehr.
Ein wenig später kommt ein Lastwagen daher, ein Sattelschlepper mit offener Ladefläche. Wir werden von den Dagestanern mitgenommen. Auf der Hutablage ein Maschinengewehr.
Unterwegs gibt es eine Polizeikontrolle. Tanja fragt die beiden Fahrer, was das hier so kosten würde. Gemeint ist die "Bestechung" für's unbehelligt weiterfahren dürfen. Denn es könnte ja sein dass die Polizisten einen Mangel entdecken und die Weiterfahrt verbieten. Der Fahrer meint, es würde 20 Rubel kosten, "und wenn du ihm 50 gibst, kriegst du den Rest noch raus". 20 Rubel ist gerade mal 1 Euro.
Wir werden bis Vjoshenskaja (Вёшенская) [4] mitgenommen. Hier finden wir ein durchaus annehmbares Hotel und quartieren uns ein.
Der nächste Tag ist mit Erledigungen angefüllt. Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, mitten im russischen Nirgendwo passende Schraubendreher für den Fotoapparat zu finden. Dies gelingt uns dann sogar und ich kann ihn reparieren.
Vjoshenskaja ist berühmt, hier hatte nämlich Mikhail Aleksandrovich Sholokhov (Михаил Александрович Шолохов) gelebt und gewirkt. 1965 hat er für sein Monumentalwerk "Der stille Don" den Nobelpreis erhalten. Er liegt neben seiner Frau im Garten seines Wohnhauses begraben.
Das Grab Sholokhovs
Das Grab Sholokhovs und seiner Frau.
Das Wohnhaus wurde natürlich zum Museum umfunktioniert, wo wir eine Führung erhalten. Sholokhov wurde da über alle Maßen gelobt, und auch seine politische Tätigkeit und sein Engagement für die Region nicht außer Acht gelassen.

Das Haus Sholokhovs
Das Wohnhaus-Museum Sholokhovs.
Nach dem Museumsbesuch machen wir noch einen Spaziergang Richtung Don-aufwärts. Auf dem Weg, dem wir folgen, sehen wir den krassen Gegensatz zwischen den Behausungen der Menschen hier und der gepflegten Villa Sholokhovs, in der niemand wohnt.
Gärten in Wjoshenskaja

Der Weg endet am Don, an einer sehr schönen Stelle. Das Wasser liegt glatt unter uns, und wir können verstehen, warum der Roman den Titel "Stiller Don" trägt. Kaum dass die Strömung zu sehen ist. Wir sitzen eine Weile schweigend da und genießen die Nachmittagsfarben und die Ruhe.
Der Don bei Wjoshenskaja
Der Don bei Vjoshenskaja.



Kirche in Wjoshenskaja
Die Kirche in Vjoshenskaja.


Haus in Vjoshenskaja
Ein Haus in Vjoshenskaja.

Am Hafen, oder einer ähnlichen Einrichtung ganz in der Nähe unseres Hotels finden wir ein Denkmal, das die Schlussszene aus der Roman "Der stille Don" darstellt. Ein Wasser tragendes Mädchen und ein Kosak auf seinem Pferd.
Skulptur aus "Der Stille Don"
Skulptur aus "Der Stille Don"
Das Denkmal stellt die Schlussszene aus dem Roman "Der stille Don" von Sholokhov dar.

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