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Reisebericht: Baikalsee 2006

Davsha

Unsere heiße Quelle

Nachdem unsere Banja dergestalt unbenutzbar geworden ist, waren wir dazu verdammt uns in der heißen Quelle zu Waschen. Die Quelle war ein einem Häuschen in der Nähe des Strandes eingerichtet. Das Häuschen hatte einen Einheimischen- und einen Touristeneingang. Wir waren dazu angehalten den Touristeneingang zu benutzen. Drinnen war ein Vorraum und ein Baderaum, in dem zwei Badewannen in den Boden eingelassen waren. Es gab einen dicken Schlauch, den man um Wasser einzulassen absenken konnte. Ein dicker Strahl etwa 40 Grad heißen Wassers schoß dann heraus. Das Wasser roch leicht nach Schwefel. Der Schwefel und die ständige Feuchtigkeit trugen auch zu dem sehr schlechten Bauzustand des Häuschens bei, dessen Mörtel sich quasi schon bröckelnd verabschiedete.
Das Baden im heißen Wasser war auch ziemlich schön, jedoch, war man nach dem Baden immer sehr erschöpft. Ein weiterer Nachteil der Quelle war der Weg dorthin und wieder zurück, der etwa fünf Gehminuten beanspruchte, während derer man von Mücken gefoltert wurde.

Unsere Nachbarn

Davsha machte vor allem einen Eindruck: einen verlassenen. Kaum dass man mal jemanden zu Gesicht kriegte. Neben Ilja, dem Kettensägenmörder und dem Chef Sotnikov gab es noch Volodja den Piloten, der die Aufgabe hatte mit seinem motorisierten Paragleiter jeden Tag eine Runde in die Berge zu fliegen und nach Brandherden Ausschau zu halten. Bei seinen Starts wurde der verlassene eindruck etwas relativiert, da meistens doch 5 - 6 Zuschauer zugegen waren. Nach fast zwei Wochen im Dorf war es ein richtiger Massenauflauf, als unser Schiff wieder kam und die Leute zum Einkaufen nach Barguzin mitnahm. So viele Menschen auf einem Haufen hab ich lange nicht gesehen. Es waren sicher 20, wenn nicht gar 15! Geschockt war ich auch, als ich einmal bei Ilja zu Hause etwas holen musste und ich da im Hof gleich drei Menschen versammelt fand.

Ansonsten mussten wir uns vor allem mit den beiden Kühen herumschlagen, die nachts zu randalieren pflegten und gelegentlich schon mal dabei unsere Sitzbank umstießen.
Den Bären, den es geben sollte, haben wir nie zu Gesicht bekommen (außer Masha) nur seine Fußstapfen hat er im Sand hinterlassen.



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