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Reisebericht: Baikalsee 2006

Davsha und das Barguziner Naturreservat

14.7. – 26.7. 2006

Die Fahrt nach Davsha dauert 10 Stunden, die wir teils schlafend teils essend oder an Deck zubringen. Während der Fahrt klart es auf und wir kommen bei strahlendem Sonnenschein in Davsha an.

Hinter dem Dorf sieht man die Berge des Barguzinskij Hrebet. Hinter den Bergen war im vorigen Jahr unser Projekt in Alla.
Davsha besteht aus zwei Straßen und hat keine Ampel, es fahren ja auch nur ab unz zu ein Motorrad oder ein Lastwagen. Es gibt keine Zufahrtswege. Das Betreten des gesamten Naturschutzgebietes ist streng verboten und nur mit Sondergenehmigung erlaubt. Davsha ist das Hauptdorf des Gebiets. Es gibt noch zwei weitere Siedlungen an der Küste: eine am Nordrand und eine am Südrand des Gebiets.

Davsha wurde als Forschungsstation eingerichtet. Zu seiner Glanzzeit lebten dort bis zu 40 Menschen. Jetzt ist es nicht einmal mehr die Hälfte. Ilja unser Arbeitsanleiter, der sozusagen die Schnittstelle zur Reservatsverwaltung ist, ist der einzige Mensch der dort geboren wurde. Seine Eltern waren Wissenschafter und lebten die meiste Zeit in Davsha. Um für die Geburt mal eben in 10 Stunden in die nächste Stadt zu schippern, reichte schlichtweg die Zeit nicht.

Vor etlichen Jahren gab es in Davsha auch mal Strom. Den Generator dazu konnten wir etwas abseits vom Dorf in einem Magazin besichtigen.
Was es etwas abseits auch noch zu sehen gab, sind riesige Dieseltanks aus einer Zeit, da es mit der Einhaltung der Auflagen nicht so streng war. Damals wurde hier Diesel umgeschlagen. Heute diskutiert man über die Abschaffung der letzten Kuh aus ökologischen Gründen, wärend man damals vermutlich einem Liter Diesel im Erdboden nicht nachgeheult hätte.

Auch einen Flugplatz gab es einmal, der zur Unterstützung der Brandbekämpfung aus der Luft diente. Als wir in der Verwaltung waren, wurde dort laut achgedacht, die Landebahn mit unserer Hilfe zu reaktivieren. Denn Baumaschinen sind jetzt tabu.

Der "Barguzinskij Zapowednik", wie das Naturschutzgebiet heißt, feierte in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen und ist damit eines der ältesten Naturreservate Russlands. Hier wurde Forschungen zu Vegetation und Vegetationszeiten gemacht. Ursprünglicher Anlass zur Gründung des Reservats war der Nötige Schutz der Zobel, die angeblich von den einheimischen Evenken fast ausgerottet wurden als sie merkten, dass es dafür Geld von den Russen gab. Angeblich war Anfang des 20. Jahrhunderts nur mehr ein einheimisches Zobelpärchen übrig.

Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet gibt es hier:


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