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Reisebericht: Baikalsee 2006

Severobajkalsk

11.7. – 14.7. 2006

Ich hatte Glück und hab in Irkutsk Karten für die Raketa bzw. die Kometa gekriegt. Hinter diesen astronomischen Bezeichnungen verbergen sich die Tragflächenboote, die am Baikal rumschippern. Mit der Raketa geht es erst von Irkutsk bis Listvjanka und von dort mit der größeren Kometa einmal längs durch den ganzen Baikalsee nach Severobajkalsk. Für die 500km braucht man etwa 12 Stunden. Demgegenüber steht die Zugfahrt mit großem Umweg von etwa 30 Stunden.
Die Fahrt ist wegen dem Nebel leider etwas langweilig. Man sieht nur wenig von der Küste. Dazu ist es kalt und die beiden Typen vor mit haben eine Wodkaflasche umgekippt.

In Severobajkalsk werde ich abgeholt und zu Alena's Haus gebracht, wo schon Anja mein Lieblingsbrigadier wohnt. Die anderen Teilnehmer des Projekts kommen erst am 13. 7.. Bis dahin sind wir mit den Vorbereitungen beschäftigt: Einkaufen und Absprachen mit der Verwaltung des Naturschutzgebietes, in das wir fahren werden. Die Verwaltung ist in Nizhneangarsk, noch ein Stück weiter nördlich. Auf der Fahrt mit dem Bus dorthin geht es an der BAM entlang, deren Tunnels von den Petersburger U-Bahnbauern gebaut wurden. Daran erinnern vor allem überdimensionale Schriftzüge in der Landschaft: "Echte Männer bauten diese Tunnels"

Am Abend des 13. begrüßen wir alle zusammen den Baikal in Severobaikalsk: Eine Hand im Wasser sagen wir (auf Russisch): "Guten Tag Väterchen Baikal." Es ist eine seltsame Stimmung am Ufer, sehr neblig, die Sonne nur ein gelber Fleck am grauen Himmel, die Schwarzkopfmöwen fliegen in Bodennähe üder den Sand, die Geräusche dumpf.
Außer uns ist noch eine Gruppe junger Schlafwagenschaffner am Strand. Sie haben einen Tag Pause, ehe sie wieder die Rückfahrt nach Irkutsk über Tajshet antreten. Sie sind zum Teil Studenten, die im Sommer auf diese Art ihr Geld verdienen.

Am 14. 7. schließlich geht es los. Mit einer Marschrutka fahren wir alle zum Hafen, wo wir etwa eine Stunde auf unser Schiffchen, die Swatosh, warten. Das Schiff gehört der Verwaltung des Naturschutzgebietes und ist nach dessen Gründer benannt. Es ist das übliche kleine Baikalschiff.



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