Ja, was soll man zur Vorgeschichte groß sagen? Ich meine der Baikal ist eben nicht nur eine Reise wert. Und die Mitarbeit beim GBT verbindet einfach viele schöne Aspekte eines gelungenen Aktivurlaubs: Man lernt nette Menschen kennen, man bewirkt was sinnvolles, man kommt in Gegenden, wo einem sonst der Zutritt verwehrt wäre. Und das ganze gut durchorganisiert und begeleitet ohne in die Untiefen von Animation und Reanimation abzugleiten.
Relativ spät war für mich erst klar, dass ich dieses Jahr wieder mitkommen kann. Und dann kam noch die glückliche Fügung, dass Anja, mein Brigadier vom letzten Jahr, in letzter Minute ein Projekt genau in meinem Zeitfenster gekriegt hat. Naja und da es bei Projekten immer drauf ankommt, wie gut der Brigadier ist, war es dann keine Frage mehr, auf welches Projekt ich mich bewerbe.
Ja und irgendwann sitzt man dann in so einem Flugzeug für nach Moskau und alles nimmt seinen Lauf...
Im Flieger ist eine Truppe Soldaten, international besetzt, unter deutscher Leitung, die im Rahmen der gegenseitigen Rüstungskontrollveträge im Süden Russlands Kontrollen durchführen. Lustig finde ich, dass die irgendwie schon die Stereotypen ihres Landes repräsentieren. Vor allem der Ami sieht einfach zu typisch nach Kriegsfilm aus. Während des Fluges sitze ich neben dem Dolmetscher der Truppe, der mir einige interessante Dinge aus der Rüstungskontrolle erzählt. Schon unglaublich, was technisch alles so machbar ist mit Radar und dergleichen.
In Moskau wird das Gepäck durchgecheckt von Sheremetevo II nach Sheremetevo I. Ist für mich eine neue Erfahrung. Auch der funktionierende Taxitransfer quer übers Flughafengelände hat durchaus seine angenehmen Seiten. Weniger angenehm ist die Tatsache, dass der Flug nach Irkutsk in so einer Tupolev 154 stattfand. Dieses Fluggerät hat die unangenehme Eigenschaft, seine Passagiere auf Legehennenkäfig großen Plätzen zu verstauen, was einem schon mal die Nacht vermiesen kann.
Der Irkutsker Flughafen ist voll im Umbau begriffen. Der Bus bleibt nicht mehr vor einer Tür in einer Mauer stehen, die direkt nach draußen führt, sondern jetzt muss man erst durch das Gebäude, wo man auch sein Gepäck wiederbekommt. Die lustigen Karusselle für das Gepäck sind aber noch immer da. Ich werde auch abgeholt. Service total. Beim Rausgehen macht Elja den Preis fürs Taxi klar, und wir fahren los in die Stadt zum Büro des GBT, wo ich die nächsten Tage wohnen werde.
Die paar Tage in Irkutsk verbringe ich mit alten und neuen
Bekannten, genieße die Zeit. Es ist heiß in Irkutsk. Im Büro des
GBT herrscht reges Treiben, ein ständiges Kommen und Gehen. Wenn
mal niemand da ist, der Russisch kann, mache ich Telefondienst.
Überschattet wird diese Zeit
durch
das Unglück des Airbus aus Moskau, der auf der Landebahn in die
Garagen schlittert.
In den letzten Tagen hat es zu regnen begonnen und praktisch
nicht mehr aufgehört.